Richtig vorsorgen

Am schönsten wäre es, dass Ihr vierbeiniger Freund möglichst lange und gesund lebt und eines Tages einfach friedlich einschläft. Artgerechte und ausgewogene Ernährung ist hier schon ein erster wichtiger Baustein, Leider muss man aber trotzdem damit rechnen, dass Krankheiten oder Unfälle die Gesundheit Ihres Haustieres gefährden. Darum ist es wichtig, durch eine regelmäßig durchgeführte Gesundheitsvorsorge Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Jährliche Gesundheitskontrollen sollten deshalb immer auf Ihrem Terminplan stehen. Bei diesen Kontrollen untersuchen wir systematisch den Körper Ihres Tieres durch eingehende Betrachtung, Abtasten und Abhören von Herz und Lunge. Bei älteren Tieren (etwa ab dem 8. Lebensjahr, bei großen Hunden auch früher) sollten die Kontrollen durch eine Harnanalyse, ein großes Blutbild sowie gegebenenfalls weitere Untersuchungen ergänzt werden.

Darüber hinaus gibt es aber auch weitere Maßnahmen, um Ihren Hund oder Ihre Katze vor Erkrankungen zu schützen:

Schutzimpfungen

Es braucht manchmal nicht viel, und schon hat sich Ihr Haustier eine Infektionskrankheit eingehandelt. Ob auf direktem Weg (z. B. gegenseitiges Beschnuppern, Belecken, oder auch bei einer kämpferische Auseinandersetzung) oder indirekt (z. B. Schnüffeln an Ausscheidungen kranker Artgenossen, Übertragung des Erregers durch Hände der Bezugsperson, Schuhwerk oder Gebrauchsgegenstände wie Futterschüsseln, Katzentoiletten etc.). Nicht nur erkrankte Tiere tragen zur Verbreitung der Infektionskrankheiten bei. Auch gesund erscheinende Hunde und Katzen können die Erreger beherbergen und ausscheiden, ohne dabei selbst zu erkranken.

Schutzimpfungen bieten einen wirksamen Schutz gegen Infektionskrankheiten, die ansonsten gefährlich werden und auch tödlich verlaufen können. Deshalb sollten Hunde und Katzen in aller Regel gegen folgende Infektionen durch Impfung geschützt sein:

Hunde:
  • Ansteckende Leberentzündung (Hepatitis contagiosa canis, H. c. c.)
  • Leptospirose (Stuttgarter Hundeseuche, Weilsche Krankheit)
  • Staupe
  • Parvovirose (sog. Katzenseuche)
  • Tollwut
Katzen:
  • Katzenschnupfen
  • Katzenseuche
  • Tollwut (bei Freigängern)

Darüber können auch weitere Impfungen sinnvoll sein, z. B. gegen Zwingerhusten beim Hund oder Leukämie bei der Katze.

Wir beraten Sie gerne, welche Impfungen speziell für Ihr Tier erforderlich sind und wann diese aufgefrischt werden müssen. Wir kennen die Lebensgewohnheiten Ihres Tieres, die aktuelle Seuchenlage und werden über neue Empfehlungen der Ständigen Impfkommission Veterinär (StIKo Vet.) informiert.

Zecken, Flöhe, und andere Parasiten

Ein immer wiederkehrendes Problem, ist ein Befall unserer Haustiere mit den verschiedensten Parasiten wie Flöhen, Zecken oder Würmern, besonders in der warmen Jahreszeit. Ein Parasitenbefall kann bei unseren Vierbeinern zu ernsten Gesundheitsstörungen führen. Erste Anzeichen sollten Sie deshalb unbedingt beachten.

Sogenannte Ektoparasiten (Haarlinge, Zecken, Flöhe, Läuse und Milben) leben im Fell, auf und in der Haut. Haarlinge ernähren sich von Hautschuppen und dem aus Hautverletzungen (durch Kratzen) austretenden Sekret. Zecken, Flöhe und Läuse dagegen saugen Blut.

Die von den Ektoparasiten verursachten sowie die durch Kratzen und Beißen des Wirtes entstandenen Hautverletzungen bieten Eintrittspforten für Pilze und/oder Bakterien. Es entstehen Ekzeme, Haarausfall und struppiges Fell mit vermehrter Schuppenbildung.

Zecken

Zecken sind vor allem für Hunde gefährlich, denn sie können während ihrer Blutmahlzeit die Erreger der Infektionskrankheiten Borreliose, Babesiose und Anaplasmose übertragen. Jede entdeckte Zecke sollte deshalb schnellstmöglich entfernt werden, und zwar am besten mit speziellen Haken oder Zangen, die die Zecke mit Kopf herausziehen.

Flöhe

Flohbefall hat häufig starken Juckreiz zur Folge, der durch eine zusätzlich bestehende Flohspeichelallergie noch verschlimmert werden kann. Darüber hinaus ist der Floh Zwischenwirt für den Gurkenkernbandwurm, mit dem sich vor allem Hunde, gelegentlich auch Katzen, durch Zerbeißen oder Abschlucken eines befallenen Flohs infizieren.

Milben

Milben können sich völlig in die Haut eingraben und ebenfalls heftigen Juckreiz verursachen. Viele Milbenarten sind dabei nicht wirtsspezifisch, das heißt, sie können auch auf den Menschen übertreten! Ein Milbenbefall kann nur mittels Mikroskop festgestellt werden, da die Spinnentiere mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind.

Es gibt eine Vielzahl an Mitteln und Mittelchen, die zum Schutz gegen Parasiten angeboten werden. Angefangen von Spot-on-Produkten, Zecken- und Flohhalsbändern, Sprays bis hin zu obskuren Wässerchen und Pillen. Wir sagen Ihnen gerne, was hier wirklich sinnvoll und wirksam ist.

Die richtige Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung unserer Tiere ist wichtig um sie vor Entwicklungsstörungen im Wachstum, Mangelerscheinungen oder Erkrankungen durch Übergewicht zu schützen.

Bei manchen Erkrankungen (z.B. Nieren-, Leber- oder Herzerkrankungen, Allergien) ist die Einhaltung einer speziellen Diät unverzichtbar um einen langzeitlichen Therapieerfolg zu erzielen.

Wir beraten Sie und können Ihnen auch eine große Vielfalt an hochwertigen Futtermitteln und Futterergänzungsmitteln verschiedener Firmen anbieten. In unserer Praxis können Sie außerdem das Gewicht Ihres Tieres erfassen und in der Tierakte notieren lassen.

Vergiftungen verhindern

Wie mit Kleinkindern auch, sollten generell alle Chemikalien und Medikamente in einem Haushalt sorgfältig und für Haustiere unzugänglich aufbewahrt werden.

Aber es gibt auch verschiedene Lebensmittel, die für Hunde oder Katzen giftig sind, beispielsweise Schokolade, Knoblauch oder Traubenkerne.

Speziell für Katzen können darüber hinaus auch bestimmte Zimmerpflanzen eine Gefährdung sein, nämlich:

  • Brechprimel
  • Christusdorn, Wunderstrauch (Krotonpflanze)
  • Dieffenbachie, Kalla
  • Grünlilie
  • Korallenbäumchen
  • Misteln
  • Nadelbäume
  • Narzissen
  • Philodendron, Efeu
  • Topfazalee
  • Weihnachtsstern

Wenn Sie vermuten, Anzeichen für eine Vergiftung zu sehen, dann kontaktieren Sie so schnell wie möglich einen Tierarzt. Je schneller Vergiftungen erkannt und mit Gegenmaßnahmen behandelt werden, um so größer sind die Chancen, das in den Griff zu bekommen.